Was macht eine Runda-Reise so besonders?
Ruanda verbindet aussergewöhnliche Naturerlebnisse mit einem hohen Reisekomfort. Das Gorilla Tracking zählt zweifellos zu den eindrücklichsten Tierbegegnungen weltweit. Dazu kommen Schimpansen in den Regenwäldern, die berühmten «tausend Hügel», spektakuläre Landschaften, herzliche Gastgeber und eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur. Bemerkenswert ist zudem, dass man vielerorts noch abseits des Massentourismus unterwegs ist. Gleichzeitig bietet Ruanda einige der exklusivsten Lodges und Safarierlebnisse Afrikas.
Wie würdest du Ruanda im Vergleich zu klassischen Safari-Destinationen positionieren?
Ruanda unterscheidet sich deutlich von klassischen Safari-Destinationen wie Kenia, Tansania oder Botswana. Das Land setzt stärker auf Qualität statt Quantität und positioniert sich bewusst im gehobenen Segment. Das zeigt sich auch beim Gorilla Tracking, dessen erforderliche Genehmigung deutlich teurer ist als vergleichbare Tiererlebnisse in anderen Teilen Afrikas. Dafür profitieren Reisende von einer hervorragenden Infrastruktur, sehr gut organisierten Abläufen und einem hohen Serviceniveau. Ruanda verbindet Naturerlebnisse, Kultur und Komfort auf einzigartige Weise.
Wie hat sich die Nachfrage nach Reisen nach Ruanda in den letzten Jahren entwickelt?
Die Nachfrage entwickelt sich sehr erfreulich. In den letzten Jahren konnten wir nahezu jährlich eine Verdoppelung der Buchungen verzeichnen, wenn auch von einem noch vergleichsweise kleinen Ausgangsniveau aus. Immer mehr Reisende entdecken Ruanda als eigenständige Destination und nicht mehr nur als Ergänzung zu einer klassischen Safari.
Welche Chancen siehst du im Zusammenhang mit dem wachsenden Tourismus in Ruanda?
Die Chancen sind enorm. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Dynamik, mit der sich das Land entwickelt. Nicht umsonst wird Ruanda gelegentlich als die «Schweiz Afrikas» bezeichnet. Wer Ruanda noch weitgehend ohne Touristenmassen erleben möchte, sollte nicht zu lange warten. Das Land verfügt über grosses touristisches Potenzial und investiert konsequent in Infrastruktur, internationale Sichtbarkeit und Nachhaltigkeit. Dazu gehören unter anderem das weitreichende Plastiktüten-Verbot, der Schutz der Nationalparks sowie Projekte für die lokale Bevölkerung, die durch die Einnahmen aus dem Gorilla Tracking finanziert werden. Die Austragung der Strassenrad Weltmeisterschaften hat zusätzlich gezeigt, dass Ruanda bereit ist, sich auf der internationalen Bühne zu präsentieren.
Seite dem Genozid 1994 hat sich das Land fundamental verändert. Die Hauptstadt Kigali gilt heute als eine der saubersten und sichersten Städte Afrikas. Wie stark spüren Reisende diese Entwicklung heute?
Das ist wohl das, was mich in Ruanda am meisten beeindruckt hat. Kigali gehört heute zu den sichersten und saubersten Städten Afrikas. Die Sauberkeit ist aussergewöhnlich. Sie liegt auf einem Niveau, das viele europäische Städte kaum erreichen. Dazu trägt auch die landesweite Tradition «Umuganda» bei: Am letzten Samstag jedes Monats kommt die gesamte Gemeinde zusammen, um sich gemeinsam für die Pflege und den Erhalt ihres Landes und ihrer Gemeinden einzusetzen. Dieser ausgeprägte Gemeinschaftssinn ist für Besucherinnen und Besucher überall spürbar.
Wie präsent ist die schwierige Vergangenheit des Landes für Reisende heute?
Die Vergangenheit ist nach wie vor präsent, aber auf eine würdevolle und respektvolle Weise. Gedenkstätten wie das Kigali Genocide Memorial erinnern an die Ereignisse von 1994 und zeigen gleichzeitig, wie konsequent Ruanda seinen Weg der Versöhnung gegangen ist. Beeindruckend ist vor allem, was das Land in etwas mehr als drei Jahrzehnten erreicht hat. Ruanda gilt heute als Beispiel für erfolgreiche Versöhnung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Entwicklung. Die Menschen sprechen nicht ungefragt darüber, geben aber oft offen Auskunft, wenn echtes Interesse vorhanden ist. Die Geschichten gehen unter die Haut, vermitteln aber auch die enorme Aufbruchsstimmung und Zuversicht, die das Land heute prägen.
Was ist dein persönlicher Tipp für Ruanda?
Natürlich gehört das Gorilla Tracking zu den absoluten Höhepunkten. Wer einmal einem Berggorilla auf Augenhöhe gegenübergestanden ist, vergisst diesen Moment sein Leben lang nicht. Genau solche Erlebnisse machen Ruanda zu einer der faszinierendsten Destinationen Afrikas. Ebenso empfehle ich eine Kanufahrt auf dem Lake Kivu mit einem lokalen Guide. Dabei erfährt man viel über das Alltagsleben und die Geschichte des Landes. Das Genocide Memorial in Kigali ist bewegend und teilweise emotional herausfordernd, gehört aber für mich zu jedem Ruanda Besuch dazu. Für Safari-Liebhaber ist der Akagera Nationalpark ein Muss. Mein persönlicher Lodge Tipp ist die Magashi Wilderness, wo die Chancen gut sind, die Big Five zu beobachten.