Trotz geopolitischer Unsicherheiten und steigender Lebenshaltungskosten gehört Reisen für viele Schweizerinnen und Schweizer weiterhin zu den wichtigsten freiwilligen Ausgaben. Wie in Europa insgesamt (38 %) rangieren Ferien klar vor Bereichen wie Mode, Technik oder Fitness.
Erholung statt Erlebnisdruck
Entspannung und das Auftanken neuer Energie sind auch hierzulande die wichtigsten Reisemotive. Ferien werden zunehmend als bewusster Gegenpol zu einem digital geprägten, anspruchsvollen Alltag verstanden.
Der Wunsch nach Einfachheit zeigt sich deutlich: Mehr als die Hälfte der Schweizer Reisenden priorisieren 2026 gezielt Erholung. Gleichzeitig gewinnen naturnahe und kulturelle Erlebnisse sowie Aspekte des Wohlbefindens an Bedeutung. Auch die gemeinsame Zeit mit Familie und nahestehenden Menschen spielt eine zentrale Rolle. Ferien werden damit zunehmend zur bewussten Auszeit vom Alltag.
Preis-Leistungs-Verhältnis und Sicherheit im Fokus
Wie in ganz Europa (60 %) spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis eine zentrale Rolle bei der Ferienplanung von Schweizerinnen und Schweizern. Schweizer Reisende achten verstärkt auf Budgettransparenz und kalkulierbare Gesamtkosten.
Auffällig ist zudem die deutlich gestiegene Sensibilität für Sicherheit und Stabilität. Mehr als zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer nehmen geopolitische Konflikte und Instabilität heute stärker wahr als noch vor fünf Jahren, und mehr als die Hälfte berichten von gewachsenen allgemeinen Sicherheitsbedenken.
Pauschalreisen und Beratung gewinnen an Bedeutung
Ein klarer Trend zeigt sich im Buchungsverhalten: Auch wenn das Selbstorganisieren von Reisen verbreitet ist, werden die Vorteile von Pauschalreisen klar geschätzt. Besonders relevant sind gebündelte Leistungen, transparente Preise sowie der reduzierte Organisationsaufwand.
Gleichzeitig bleibt die persönliche Beratung ein wichtiger Anker. Schweizer Kundinnen und Kunden möchten im Fall von Unvorhergesehenem eine verlässliche Ansprechperson haben. Neben fachlicher Expertise werden vor allem Sicherheit und Unterstützung im Notfall geschätzt. Damit bestätigt sich auch in der Schweiz ein europaweiter Trend: Emotionale Sicherheit und praktische Convenience gehen Hand in Hand.
Natur und bewusste Reiseformen im Aufwind
Naturerlebnisse und bewusste Reiseformen gewinnen weiter an Bedeutung. Outdoor-Aktivitäten, naturnahe Aufenthalte und gesundheitsorientierte Ferienangebote werden verstärkt nachgefragt. Mehr als zwei Drittel der Befragten entscheiden sich für «Slow Travel», um Orte ohne Hektik intensiver zu erleben, knapp die Hälfte nennt persönliches Wohlbefinden und Stressreduktion als Motiv. Im Vordergrund stehen damit nicht primär ökologische Überlegungen, sondern der Wunsch nach mehr Zeit, Ruhe und Qualität im Reiseerlebnis.
Fazit für den Schweizer Markt
Der Travel Trend Report zeigt klar: Schweizer Reisende suchen 2026 nicht nach mehr Erlebnissen, sondern nach mehr Qualität, Klarheit und Sicherheit. Ferien sollen verlässlich organisiert, finanziell transparent und emotional entlastend sein.
Für die Reisebranche bedeutet das: Einfachheit, Planbarkeit und persönliche Betreuung werden zu zentralen Erfolgsfaktoren.
Den vollständigen European Travel Trend Report der DERTOUR Group finden Sie hier.
Die Präsentation der Pressekonferenz anlässlich der ITB Berlin steht hier als PDF zum Download bereit.
Methodik
Der European Travel Trend Report basiert auf einer Online-Befragung von 8’000 Personen in 13 europäischen Ländern sowie Buchungsanalysen der DERTOUR Group in 16 Märkten. Für die Schweiz wurden 350 Personen repräsentativ nach Alter und Geschlecht befragt.